Frisst Gier Vertrauen?

Mit meinem ersten Beitrag möchte ich mit etwas simplen anfangen. Genauer gesagt mit einem Video.

Viele von euch stellen sich sicherlich die Frage wie weit Vertrauen gehen kann und wann es ausgenutzt wird. Ganz besonders wenn es um materielle Dinge geht. Dieser Frage sind ein paar Leuten auf eine sehr einfache Art und Weise auf den Grund gegangen. Dazu später mehr. Schauen wir mal auf das nahezu allseits geliebte Geld. Sprüche wie “Bei Geld hört die Freundschaft auf” sind uns alle bekannt. Ich für meinen Teil denke mir aber, da fängt die Freundschaft doch gerade erst an. Nicht?

Nehmen wir uns mal folgende Geschichte zur Hand:

Eines Tages drang ein Dieb in die Hütte des Zen-Meisters Shichiri Kojun ein: Geld her oder ich werde dich töten!, drohte er.

Kojun erwiderte ruhig: Mein Geld ist dort drüben in der Schublade. Nimm es dir, aber vielleicht bist du so nett und lässt mir noch ein klein wenig übrig, da ich morgen noch etwas Reis einkaufen möchte. Der Dieb war zwar sehr erstaunt, nahm sich dann aber doch fast das ganze Geld. Als er schon an der Tür war, sagte Kojun: Wenn man etwas erhalten hat, sollte man sich auch dafür bedanken. Danke, erwiderte der Dieb kopfschüttelnd und verschwand. Wenig später wurde der Mann bei einem anderen Einbruch verhaftet, und er gestand, unter anderem auch den Zen-Meister bestohlen zu haben, der daraufhin zur Polizeiwache gerufen wurde. Er hat auch euer Geld gestohlen, nicht wahr?, fragte der Polizist. Oh nein, er hat mir nichts gestohlen. Ich gab ihm das Geld, und er bedankte sich dafür, sagte Kojun. Als der Mann seine, wegen der anderen Vergehen gegen ihn verhängte Strafe verbüßt hatte, kam er zu Zen-Meister Kojun und bat darum, sein Schüler werden zu dürfen.

Wenn ich jemanden mein Geld gebe (der Grund dafür sei mal völlig egal), sollte ich niemals der Erwartung entgegen treten dies auch wieder zurück zu bekommen. Oder lädt man jemanden zu einem leckeren Essen ein in der Erwartung das Geld oder ein “Gegen-Essen” dafür zu bekommen? Ich hoffe mal nicht.

Geben ist immer stärker als nehmen und zu geben weil man erwartet es zurück zu bekommen ist wie ein Geschenk zurückfordern oder mit etwas prahlen was man doch so tolles verrichtet hat. Es hat keinen Wert mehr. Ich rede nicht vom materiellen Wert, viel mehr meine ich den Wert des Gebens als solchen.

Wie dem auch sei. Dieses Experiment, von dem ich vorhin Sprach, wurde im Zusammenspiel von Vertrauen und Gier in einem sehr Interessanten Projekt dargestellt. Man hat sich dazu entschlossen das Wort “Vertrauen” in 1-Cent Stücken auf eine öffentliche Straße zu legen und 2 Tage zu beobachten was die Leute daraus machen.

Meiner letzten Kenntnis nach ist ein Fahrradfahrer ausversehen über das Wort gefahren und wurde von anderen Leuten wieder gerichtet, ohne etwas davon zu nehmen. Andere Passanten nahmen so viel sie konnten und gaben es Obdachlosen. Selbst wurde nur sehr wenig eingesteckt und am Ende wurde mehr Geld zurück gelassen als erwartet.

Gier frisst: VERTRAUEN from Ralf Kopp on Vimeo.

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